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Südfrankreich Mai 2019

Sainte Agnes

Sainte Agnes ist der höchste Küstenort Frankreichs und die Aussicht auf Menton und das türkisblaue Meer ist atemberaubend. Wir sind abends angekommen und durch das romantische, aber noch nicht ganz aus dem Winterschlaf erwachte Bergdorf zur alten Burgruine spaziert. Sogar einen kleinen, liebevoll hergerichteten Kräutergarten gibt es dort oben. Im Sommer ist die Temperatur dort oben sicher sehr angenehm, aber um diese Jahreszeit war es zum Schlafen im Auto doch noch relativ kühl. Die Standheizung hat gute Dienste geleistet, vor allem in der Früh zum Aufstehen und Frühstücken. Bis vor 40 Jahren war das Dorf noch nicht über eine Fahrstraße zu erreichen. Heute gibt es eine schmale, kurvenreiche Straße, rückwärtsfahren sollte man unbedingt beherrschen.
Radfahrer und Wanderer können sich hier oben in dem Teil der Südlichen Seealpen so richtig austoben.

Menton

Als echte Tiroler sind wir die super schöne, kurvenreiche Straße gerne wieder hinunter gefahren und haben uns Menton angesehen. Ein französische Stadt mit italienischem Flair und für die Cote d’Azur fast schon günstige Preise.

St. Tropez

Saint Tropez der berühmte Ort der Reichen und Schönen. Natürlich ist auch der Yachthafen ein ganz wichtiger Teil des quirligen Ortes und die Yachtbesitzer lassen sich gerne beim Champagnerfrühstück bestaunen.
Nur nicht Herr Abramowitsch, seine Yacht ist viel zu groß und er muss weiter draußen vor Anker gehen..
Uns reichen ein paar Stunden in Saint Tropez und wir fahren nur wenige Kilometer weiter zu unserem Lieblingsstellplatz direkt am Meer.

Der Plage de Pampelonne gilt als einer der schönsten in der Region und die ersten Mutigen gehen auch schon ins Wasser. Wir halten uns dezent zurück, wandern dafür einen Teil des 40 km langen Küstenwanderweges Richtung Süden. Alles blüht, man hat wunderschöne Ausblicke aufs Meer und wenn man früh genug startet, hat man den Weg für sich alleine.
Wir bleiben 5 Tage, relaxen und basteln etwas an unserem Benzchenklein herum.

So haben wir uns am nächsten Tag Asti und seinen bekannten Wochenmarkt angesehen und sind dann bei einsetzendem Schneefall über den Passo della Tenda nach Südfrankreich geflüchtet.

Cannes

Zum Osterwochenende treffen wir Kathis Schwester mit ihrem französischen Ehemann in Cannes. Es ist ein Kunststück in Cannes einen Parkplatz für einen normalen PKW zu finden. Mit unserer 6 Meter Wohnung auf 4 Rädern fast schon ein Wunder. Aber es gelingt uns nach einigen Ehrenrunden durch die Stadt dann doch. Zu Fuß erkunden wir die Stadt und genießen das französische Flair.

Le Bar sur Loup

Am Abend fahren wir weiter in die Berge oberhalb von Cannes. Zufällig kommen wir in ein nettes Dorf Le Bar sur Loup, wo am nächsten Tag ein Orangenfest stattfinden soll. Na da bleiben wir doch gleich, und schauen uns das an.
Es war wirklich lustig und nett und wir staunten was man so alles aus Orangen machen kann. Vom Orangenbrot, über Orangenwein und Likör bis hin zum Orangensalz gab es alles. Das Brot mit Orangenwasser schmeckte ein bisschen wie 4711, war dann doch nicht so ganz unseres. Aber das Fest war genial, von Jazzband bis hin zu den französischen „Plattlern“ war alles vertreten. Am Abend am Campingplatz gab es dann ein super Abendessen mit unseren Markteinkäufen.

Grasse

Leider mussten wir am Dienstag zurück nach Grasse um eine Werkstatt für unser Benzchenklein zu finden. Uns ist auf der Fahrt von Saint Tropez nach Cannes einen Teil der Rahmenhalterung unseres Wohncontainers abgebrochen und das Auto stand schon gefährlich schief.
Mit geschätzten 20 km/h fuhren wir die 15 km bis zur Werkstatt, und waren heilfroh endlich dort angekommen zu sein. Die Mechaniker waren sehr nett, leider wiedermal alles auf französisch und erklärten uns dass das „tres dangereux“ ist und wir auf keinen Fall mehr weiterfahren dürfen. Reparaturzeit minimum 3 Tage.

Hmmm, was nun? Eigentlich wollten wir Richtung Verdonschlucht weiter fahren. Aber in dem Fall, suchten wir uns ein Hotel für 3 Tage in Grasse und hoffen, dass die Reparatur nicht allzu teuer wird.

Grasse ist vor allem bekannt für die Parfumeerzeugung und hat ein Internationales Parfume Museum, anscheinend das einzige weltweit. Leider war das Wetter kalt und regnerisch und so haben wir es vorgezogen in unserem „Hotel Panorama“ an der Webseite zu arbeiten.

In den Regenpausen sind wir durch die Altstadt spaziert und mussten feststellen, dass große Teile der Innenstadt schon bessere Zeiten erlebt haben. Es gibt fast kein Haus, wo nicht der Zahn der Zeit genagt hat, bei manchen ist der „Kariesbefall“ schon so weit, dass es eher Ruinen sind, als schöne Altstadthäuser. Dazu kommt noch, dass viele Häuser unbewohnt sind. Aber trotz allem, sind die Bewohner der Stadt sehr herzlich und hilfsbereit. Der Chef der Autowerkstätte hat uns mit seinem eigenen Auto zum 7 km entfernten Hotel gebracht, weil das Taxi zu teuer ist. Der Empfangschef des Hotels hat für uns Dolmetscher gemacht und bei der Autowerkstätte immer wieder nach dem Stand der Dinge gefragt. Beim Check Out hat er uns ein privates Taxi organisiert, das für wenige Euros gefahren hat.

Castellane

Castellane eine Kleinstadt am Weg Richtung Verdonschlucht, die man besuchen sollte. Hoch über der Stadt, auf einem markanten Felsen, liegt eine eindrucksvolle Wallfahrtskirche aus dem 12 Jahrhundert. Es gibt einen netten Wanderweg dort hinauf und von oben einen fantastischen Panoramablick.
Samstag vormittags ist Markttag, wo Produkte aus der Region von den Bauern angeboten werden. Wir haben die Gelegenheit genützt und unsere Vorräte mit den wichtigsten „Grundnahrungsmitteln“ aufgefüllt, Oliven, Honigmelone, Ziegenkäse, Salami, Fisch. Dabei haben wir festgestellt, dass die lokalen Märkte qualitativ hochwertig und für jedermann leistbar sind. Das Klischeebild vom teuren Frankreich kommt da schon sehr ins wackeln.

La Palud sur Verdon

Unser nächstes Ziel ist die Region um die Verdonschlucht, von der wir schon viel gehört haben, jetzt können wir sie selbst erkunden. Wir fahren nach La Palud sur Verdon, dem Hauptort der Region mit etwas mehr als 300 Einwohnern.
Palud liegt auf ca. 900 Meter ü.M. und wir bemitleiden alle Hardcore „Zelter“, denn die Nacht ist kalt und die Temperatur nicht viel über 0° Celsius. Wir haben es besser und schalten in der Früh unsere Standheizung ein. Wir gönnen uns einen faulen Tag, arbeiten etwas am Auto, Kathi nimmt sich eine Auszeit in der Hängematte mit Daunenjacke und Decke.
Wir spazieren später mit Lorenzo in das kleine Dorf. Der Weg führt über Felder, entlang einer Narzissenwiese und vielen alten Baumriesen. Palud ist klein, überschaubar und der Dorfkern besteht aus vier Straßen. Am Dorfplatz treffen wir nette Bekannte, einige Marktverkäufer aus Castellane begrüßen uns wie alte Freunde.
Am Rückweg philosophieren wir über die Menge der Baguettes die tagtäglich in Frankreich gegessen werden. Jeden Tag in der früh sehen wir die Franzosen mit zumindest einem Baguette unter dem Arm. Bei 67 Millionen Franzosen müssten das mindestens ca. 50 Millionen Baguettes sein. Wir wollen da nicht hinten anstehen und tragen ebenfalls zur Steigerung der Baguetteproduktion bei.

Verdonschlucht
Recht zeitig in der Früh fahren wir zum Ausgangspunkt der Wanderung dem Point sublime Verdon. Von dort geht es erst einmal einige hundert Höhenmeter abwärts in die Schlucht. Der Weg durch die Schlucht ist für uns „Tiroler“ nicht sehr anspruchsvoll. Es geht auf einem gut ausgebauten Steig immer oberhalb des Flusses entlang. Die größte Herausforderung sind vielleicht die beiden Tunnels, die ohne Stirnlampe nur sehr schwer begehbar sind.
Auf halber Strecke verlassen wir den offiziellen Steig (was natürlich nicht erlaubt ist 🙂 und suchen uns durch das Dickicht einen Weg zum Ufer der Verdon. Wir haben Glück und finden einen schönen Platz direkt vor einer großen Schotterbank.
Nach unserer Pause entschließen wir uns nicht den ganzen Weg durch die Schlucht zu gehen und kehren um.
Wir wollen heute noch mit dem Auto einen Teil der Route de Cretes fahren und bei Tageslicht die Tiefblicke in die Schlucht genießen. Es ist atemberaubend von den Aussichtspunkten in die Tiefe zu schauen, vorausgesetzt man ist schwindelfrei und hat keine Höhenangst.

Apt, Saignon

In Apt checken wir beim Campingplatz Luberon ein, drei beheizte Pools und Sonne, was will man mehr? Wir genießen die Ruhe am Pool und planen unsere Radltour für den nächsten Tag. Am Abend gibt es unsere erste selbstgemachte Quiche in der Omnia Backform.

Wir fahren in das wunderschöne Bergdorf Saignon, wo wir das Gefühl haben, die Zeit ist in den 60er Jahren stehen geblieben. Keine Spur von Hektik, wenig Touristen und wunderschöne, schmale Gassen.

Am nächsten Tag besuchen wir den bekannten Samstags-Markt von Apt, der sich über die gesamte Stadt ausbreitet. Entsprechend groß ist das Angebot und der Andrang. Gewürze, Kleidung, Küchengeräte, Obst , Fleisch, Blumen … dazu in den Bistros Livemusik und überall gut gelaunte Franzosen und wir.
Es war sicher nicht der letzte Besuch in Apt und am Campingplatz Luberon.

Avignon

Eigentlich wollten wir anschließend zwei Tage Avignon besichtigen, doch der Mistral hat uns im wahrsten Sinn verblasen. So machen wir nur einen kurzen Abstecher in die Innenstadt und sind froh, dass uns keine Äste oder Ziegel auf den Kopf fallen.

Wir flüchten nach Beaumes de venise, ein kleines Weindorf in den Bergen, wo der Wind durch die Gebirgskette abgehalten wird. Wir nutzen unsere letzten Tage in der Provence für Bergwanderungen und Radltouren.

Weiter geht es dann Richtung Deutschland mit dem Ziel Rostock, wo wir mit der Fähre nach Schweden fahren.