Italien September 2019
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22. Oktober 2019

Südfrankreich September 2019

Ciao bella Italia, Bonjour France!

Vom Piemont aus haben wir einen ersten Eindruck von den Seealpen bekommen. Auf engen Bergstraßen sind wir durch das wunderschöne Valle Stura bis nach Barcelonette in Frankreich gefahren.

Barcelenette war ein abwechslungsreicher Zwischenstopp, ein französisches Bergdorf das sich ganz mexikanisch gibt. Ende des 19. Jahrhundert sind viele Dorfbewohner wegen der schlechten Wirtschaftslage nach Mexiko ausgewandert. Seither gibt es eine enge Bindung zwischen den beiden Kulturkreisen, die auch gelebt wird.

Am nächsten Tag geht es weiter durch das Col d`Allos. Unser Benzchenklein schraubte sich tapfer und souverän bis auf 2.240 Meter zur Passhöhe hinauf. Wir sind froh, diesen Teil unserer Strecke nicht mit dem Rennrad fahren zu müssen. Die Tour de France hatte auch hier eine Tagesetappe, wovon die vielen Beschriftungen am Boden zeugen. Weiter talwärts kommen wir an der Quelle des Verdonflusses vorbei, bis hin zum 30 km entfernten Stausee. Die Fahrt entlang des Flusses bis nach Castellane, wo wir im April schon waren, war wunderschön.

Von da aus ist es nicht mehr weit in das Künstlerdorf Trigance, im Nationalparkgebiet Verdon. Hier haben sich viele junge Künstler angesiedelt und das fast schon ausgestorbene Dorf wieder neu belebt. Es gibt eine weithin bekannte Boulangerie die sensationelles Brot bäckt. Bereits in sechster Generation und alles nach alten Rezepten, in einem Backofen der noch mit Feuer beschickt wird. Da warten wir gerne mit vielen anderen in der Schlange bis es endlich 9.00 Uhr früh wird, denn der Bäcker gehört anscheinend nicht zu den Frühaufstehern.

Am nächsten Tag möchten wir weiterfahren, aber die Straße ist gesperrt. Es ist ein Autorennen um den großem französischen Bergpreis angesagt. Ungläubig nehmen es wir zur Kenntnis, dass mitten im Naturschutzgebiet ein Autorennen statt findet. So kamen wir dann in den Genuss, einen ganzen Tag mit driftenden und quietschenden Ralleyautos zu verbringen. Die Dezibelzahl war wirklich ohrenbeteubend.
Aber zu unserem Trost, nach dem Aufheben der Straßensperre sind wir ganz alleine über die enge und kurvenreiche Panoramastraße entlang der Verdonschlucht gefahren. Schwindelfreiheit ist von Vorteil, denn die Tiefblicke sind gewaltig.

Auf dem Weg weiter Richtung Cote d’Azur, haben wir einige sehr schöne und eher unbekannte Dörfer in der Provence besichtigt. Aups (sehr nette Altstadt), Cotignac (Höhlenwohnungen), Tourtour (fast schon kitschig), Salernes, Carces (Wasserfall und Cascaden), jedes dieser Dörfer ist einen längeren Zwischenstopp wert.

An der Cote d’Azur angekommen, sind wir in Cavalaire sur Mer einige Tage auf einem netten Campingplatz am Meer geblieben. Wir haben einiges an Hausarbeit und am Benzchenklein gemacht, und die Umgebung erkundet.

In Saint Tropez war zufällig eine große Segelregatta mit wunderschönen alten Segelschiffen. Dagegen haben die modernen Prunkyachten richtig alt ausgesehen.

In Rayol gibt es einen unglaublich mondänen und schön angelegten Park mit Pflanzen aus der ganzen Welt. Da mussten wir natürlich hin und es hat sich ausgezahlt. Obwohl Herbst ist, tauchten wir dennoch in ein Blütenmeer ein.

Auch wenn es noch so schön war, so war es an der Zeit weiter Richtung Süden zu fahren um Anfang November nach Marokko zu kommen. Also entschieden wir uns die legendäre Küstenstraße nach Cassis und weiter in die Camargue zu fahren. Wir sind die ganze Strecke bis Aigues Mortes durchgefahren und haben dort übernachtet. Dabei lernten wir, dass die Gelsenplage der Cote d’Azur noch ausbaufähig ist. Zusammen brachten wir es bei 6 m² Wohnfläche auf 32 „ermordete“ Gelsen. Über unser Gelsenkarma haben wir in der Nacht nicht nachgedacht. Franz hat nach dieser Gelsennacht im Gesicht wie ein früh pubertierender „Jüngling“ ausgeschaut.

Weiter ging es über die Landesstraße, soweit es möglich war, der Küste entlang nach Collioure, nahe der spanischen Grenze. Wir können den Besuch der Stadt wirklich empfehlen, nur dürfte sich dort in der Hauptreisezeit einiges abspielen. Auf Grund der Grenznähe hört man hier schon ganz viel spanisch.
Nach soviel Küste und Meer, hat es uns jetzt zur Abwechslung wieder in die Berge gezogen. Wir haben beschlossen durch einen Teil der Pyrenäen nach Andorra zu fahren. Nach sechs Wochen verlassen wir jetzt endgültig, aber schweren Herzens Frankreich und planen schon eifrig unsere Weiterfahrt durch Spanien.