Finca Caravana
22. Oktober 2019
Marokko von November 2019 bis Mai 2020
9. Januar 2020

Spanien Oktober 2019

Buenas dias!

Eine Möglichkeit um von Südfrankreich nach Spanien zu kommen ist der Weg über das unabhängige Fürstentum Andorra.

Andorra ist ein Steuerparadies und wird durch eine Parlamentarische Monarchie regiert. Der Bischof von Urgell und der Präsident von Frankreich regieren in einer symbolischen Doppelherrschaft, zu dem wird ein Andorranischer Regierungschef gewählt.

Wir sind mit großen Erwartungen Richtung Pyrenäen gefahren, die sich dann aber in Andorra nicht erfüllt haben. Das Fürstentum ist eine lange Aneinanderreihung von Dutyfree Geschäften, Tankstellen und riesigen Appartmenthochhäusern für den Wintertourismus. In der Hauptstadt Andorra la Vella haben wir uns dann doch noch ins Getümmel geworfen, sind aber dem Kaufrausch zum Glück nicht erlegen. Aber den günstigen Dieselpreis haben wir dann doch ausgenützt. Bei unseren 200 Liter Tank, haben wir uns gut 70,– Euro erspart.

Natürlich sind die Pyrenäen beeindruckend und unsere Strecke durch das Col de Puymorels und den 2.400 Meter hohen Pass, Port d’Envalira war traumhaft, wenn man die Appartmentdörfer links und rechts ausklammert.

Das Fürstentum Andorra können sogar wir mit unserem Auto in wenigen Stunden durchqueren und so waren wir bald in Spanien. Eine landschaftlich sehr reizvolle Route, führt entlang des Ebros, der für die Energiewirtschaft und Bewässerung für die Landwirtschaft intensivst genutzt wird.

Vorbei an der alten, sehenswerte Bischofsstadt Tortosa, die ebenfalls am Ebro liegt, sind wir weiter an die Costa del Azahar nach Peniscola gefahren. Peniscola kennen wir schon von unseren früheren Reisen, und sind hier immer gerne für einige Tage geblieben. Diesmal bleiben wir aber noch länger, weil Franz „Klinik unter Palmen“ einlegt und einige Tage seine Verkühlung auskurieren muss.

Die historische Altstadt von Pensicola hat eine einzigartige Lage auf einem vorgelagerten Felsen, und darüber drohnt die Festungsburg aus dem 14. Jahrhundert. Links davon kilometerweite, weiße Sandstrände und rechts das Naturschutzgebiet Serra d‘ irta mit vielen kleinen Buchten die zum Baden einladen.

Pensicola ist einer der wichtigsten Urlaubsorte Spaniens, vor allem für Spanier selbst. Die Stadt zählt ca. 7.500 Einwohner, aber in der Hochsaison wächst sie auf mehr als 150.000 Tausend !!!!!! an. Wir sind froh, dass wir immer nur in den Nebensaisonen da sind, aber selbst da ist immer noch viel los.

Weiter wollten wir durch das Hinterland von Valencia in Richtung Castillo de Chirel, aber leider war auf Grund der letzten starken Regenfälle ein Teil der Straße abgerutscht. Trotzdem haben wir einen schönen Übernachtungsplatz gefunden, mitten in einem Kiefernwald und Kathi hat in der Früh noch Currykraut, Lavendel, Thymian und Rosmarin gesammelt. Auf unserer Weiterfahrt sind wir aber dann nach ca. 10 Kilometern plötzlich vor Spaniens größtem Kernkraftwerk in Confrentes gestanden. Es ist ein Siedewasserreaktor und das einzige Europäisches Kernkraftwerk, wo die flüssigen, radioaktiven Abfälle, vor der Abgabe in den Fluss, in zwei Becken im Freien gesammelt werden. Je nach Wetterlage sind dann die Radioaktivwerte in der Umgebung höher. Wir haben uns dann leichten Herzens doch von den gesammelten Kräutern getrennt.

Es ist immer erstaunlich, wenn man aus dem „Nirgendwo“ kommt, und plötzlich gibt es eine Infrastruktur mit einer vierspurig ausgebauter Schnellstraße Richtung Valencia.

Wir sind froh, dass wir weiter fahren können und freuen uns schon auf die ökologische Finca Caravana in der Nähe von Almansa. Franze, der Besitzer der Finca, hat uns herzlich empfangen und wir haben uns sehr wohl gefühlt. Wir empfehlen jedem, der in dieser Region Spaniens unterwegs ist, hier einen Aufenthalt einzuplanen und am abendlichen Lagerfeuer Reiseerlebnisse auszutauschen. (siehe auch unseren Bericht https://www.benzchenklein.at/2019/10/22/finca-caravana/)

Unser nächstes Tagesziel ist Stadt Ubeda, die zusammen mit der Stadt Baeza zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Bei der Fahrt dorthin haben wir richtiges Herbstwetter, aber gerade deswegen hat uns der Parque Natural Sierras de Cazorla, Segura y Villas besonders beeindruckt. Die kurvenreiche Bergstraße, führt entlang von tiefen Schluchten und pittoresken Gipfeln. Abends spazieren wir durch die Gassen von Ubeda, die Wegbereiter der Renaissance in Spanien war.

Von Ubeda nach Granada durchfahren wir die Provinz Jaèn, und sehen nichts außer Olivenbäumen. Die Region ist das weltweit größte Anbaugebiet von Oliven und es müssen Millionen von Bäumen sein, die hier eine riesige Monokultur bilden.

Granada empfängt uns diesmal mit frisch angezuckerten Gipfeln in der Sierra Nevada. Die letzten Tage waren für Spanische Verhältnisse saukalt, mit Tageshöchstwerten um 10° Grad und Nachts nicht viel mehr als 2-3° Grad. Gut dass wir unsere Standheizung haben. In Granada scheint aber wieder die Sonne und wir genießen das besonders schöne Maurische Stadtviertel Albaicìn, das älteste Stadtviertel Granadas. Es geht in seiner Entstehung zurück auf die spätantike, vormaurische Siedlung Iliberis. Man hat einen herrlichen Blick auf die berühmte Alhambra und man glaubt sich schon in Afrika, mit den engen weißen Gassen und maurischen Häusern. Die Alhambra genießen wir diesmal nur aus der Ferne, nachdem wir diesen eindrucksvollen Stadtburg im maurischen Stil schon früher einmal besichtigt haben.

Von Granada weiter Richtung Süden, führt ein landschaftlich einzigartige Bergstraße über den Puerto del Suspiro del Moro, einem Pass in der Sierra Nevada. Obwohl Wochenende ist, sind wir ganz alleine unterwegs und bleiben für eine Wanderung stehen.

Es ist jetzt wieder Zeit, irgendwo einige Tage zu bleiben, es steht einiges an Hausarbeit an. Bei der Suche nach einem geeigneten Campingplatz haben wir Glück und finden in Nerja an der Costa del Sol die „Aula de Naturaleza“. Der Platz war ein ehemaliger Schulschaugarten mit dutzenden tropischen Pflanzen, der zu einem wunderschöner Stellplatz umgebaut wurde.

Marbella liegt nur wenige Kilometer von Nerja entfernt und trotzdem sind es zwei völlig verschiedene „Welten“. Nerja ist bekannt für den „Balcon de Europa“ einen wunderschönen Aussichtsplatz an der Küste mit Blick auf das Mittelmeer und die Berge. Es ist ein Touristendorf wo viele Pauschaltouristen sind, vor allem Engländer. Aber für die Costa del Sol immer noch ruhig und beschaulich.

In Marbella hingegen sind Luxus und High Society zuhause. Wir haben vergeblich versucht mit dem Fahrrad in die Stadt zu fahren, aber außer der 2-spurigen Schnellstraße haben wir keinen Weg gefunden. Es wäre ein riesiger Umweg durch das bergige Hinterland gewesen. Auf Fahrradtourismus ist Marbella nicht eingestellt. Aber die engen Gässchen in der Altstadt sind wunderschön und belohnt auch die lange Parkplatzsuche.

Unsere letzten Tage in Spanien verbringen wir in Tarifa, einer Kitesurfer Hochburg am südlichen Ende Spaniens. Wer lange Strandspaziergänge mit Blick auf das Mittelmeer und den Atlantischen Ozean liebt und windunempfindlich ist, ist in Tarifa richtig.

Uns führt die Internationale Tierklinik her, wo wir für Lorenzo noch zusätzliche Untersuchungen und Befunde für die Einreise nach Marokko bekommen. Jetzt noch zum Spanischen Amtstierarzt, dann ist Lorenzo wirklich auf Herz und Niere überprüft. Bürokratie lässt grüßen, aber Vorschrift ist Vorschrift. Wenn jemand Informationen über die Einreise mit Hunden nach Marokko braucht, die geben wir gerne weiter.

Wir buchen die Fähre vom Spanischen Hafen in Algeciras aus nach Tanga Med, dem neuen Mittelmeerhafen in Marokko und freuen uns schon auf unseren ersten Winter in Afrika.