Marokko von November 2019 bis Mai 2020
9. Januar 2020

7 Monate Marokko

Marokko ist wie eine Geschichte aus 1001 Nacht.

Es sind die Gegensätze, die dieses Land für uns so interessant gemacht hat. Der Norden bis auf die Höhe von Marrakesch ist relativ grün und wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Da finden sich auch die touristischen Hochburgen wie z.Bsp. die vier Königsstädte und viele weitere bedeutende Kulturstätten.

Trotzdem hat uns der Süden des Landes mehr gefangen genommen. Im Vergleich mit dem Norden des Landes, ist der Süden immer noch sehr urtümlich und ruhig. Marokkos Saharaanteil mit Erg Chebbi und Erg Chegaga waren für uns eines unserer Lieblingsplätze. Die Kombination aus Licht, Dünen und vor allem die Ruhe haben uns fasziniert. Der zum Greifen nahe Sternenhimmel, den wir jedes mal bei unseren Übernachtungen in den Dünen über uns hatten, lässt sich nur schwer in Worte fassen, es ist einfach nur überwältigend.

Ein toller Gegensatz dazu, sind die kilometerlangen, tiefgrünen Oasentäler mit ihren tausenden Dattelpalmen. Es scheint, dass hier die Zeit stehen geblieben ist, die Anbaumethoden sind immer noch die gleiche wie früher. Traditionelle Bewässerungssysteme und der Esel vor dem Pflug ist ein ganz normales Alltagsbild.

Die Atlantikküste mit den unendlichen weißen Sandstränden und den gigantischen Wellen haben uns auch immer wieder zu längeren Aufenthalten eingeladen. Hier sind auch einige der bekannten Surferhotspots und es war für uns beeindruckend sie bei ihrem Sport mit dem Surfbrett und den Wellen zu beobachten. Trotzdem haben wir immer einsamen, menschenleeren Traumstrände gefunden, wo wir stundenlang dem Spiel der Wellen zuschauen konnten.

Doch auch hier im Süden bemerkt man, dass das Land sich im Umbruch befindet. Kilometerlang neue, vierspurige Straßen, werden ohne Rücksicht auf Natur gebaut. Der Tourismus soll auch hier verstärkt werden und das rechtfertigt auch viele Entscheidungen. Jetzt schon haben wir etliche Bauruinen für Hotel- und Appartementanlagen an den Atlantikstränden gesehen, die niemals in Betrieb gegangen sind.

Ursprünglich hatten wir geplant noch einige Zeit im Hohen Atlas zu verbringen und dort wandern zu gehen. Aber Corona hat unsere Pläne durcheinander gewirbelt. Nichts war es mehr mit Hohem Atlas, dafür 8 Wochen Quarantäne auf einem Campingplatz an der Atlantikküste, 100 km südlich von Tanger.

Doch Marokko hat uns in seinen Bann gezogen. Wir werden sicher wieder zurück kommen und dann die vielen noch unbekannten Plätze besuchen und natürlich im Hohen Atlas wandern gehen. Die Freundlichkeit der Menschen hier im Land ist hervorzuheben. Nie hatten wir irgendwelche Probleme, selbst in der Zeit der Quarantäne, wurden wir immer freundlich und nett behandelt.